|
Von Helmut Stark aus Giengen/Brenz
(Württemberg)
aus seinem Tagebuch.jpg)
7. April 1943 Mittwoch
Heute morgen fuhren wir mit dem D-Zug nach Stettin. Im Zug traf ich schon
2 Genossen, die auch hierher an Bord fuhren (Hermann Probst, Bensch).
Außerdem traf ich noch einen Kafü vom Landdienst im Warthegau, der z. Zt.
in Danzig auf der Befehlsstelle ist. Das ist ein Pfundskerl. Er kam auch
von Berlin. Dort war er auf der Reichsjugendführung und musste auf einer
Platte dem Führer von der Arbeit des Landdienstes im Osten erzählen. Die
Platte wird am 19.4. im Zeitgeschehen im Rundfunk durchgegeben, d.h. eine
Platte ist das nicht, es wird jetzt alles auf Tonbänder aufgenommen.
Auf dem Hbf. wurden wir von Motschul und Thiede
abgeholt. Dann ging es zur Straßenbahn nach Stettin-Frauendorf. Der
Liegeplatz ist gleich ganz in der Nähe. Vom Depot aus sieht man den Kahn
schon liegen. Dann ging es an einer
Wiese
vorbei, wo verschiedene Motorboote aufgebockt stehen, zum Pier. Der Posten
am Fallreep hatte uns inzwischen schon bemerkt und war mit dem
Scheuerbrahm, der an einem Draht läuft, herübergefahren um uns an Bord zu
holen. Er hatte eine Öljacke an, denn es war schlechtes Wetter. Oben am
Fallreep wurden wir von Johnny (III. Offizier Bremer) in Empfang genommen.
Dann wurden wir in den Kad ettenraum
geführt und in unsere Spinde eingewiesen. Ich habe 103.
In Back- und Steuerbordwache wurden wir auch gleich
eingeteilt (gerade Zahlen Backbord-, ungerade Steuerbordwache). Dann
wurden die Backen herunter geschlagen und es gab erstmal einen
ordentlichen Schlag Bohnensuppe. Mittags bekamen wir unsere Seesäcke von
Heinrich mit dem Blauzeug usw. Dann wurde der Spind eingeräumt. Sommerzeug
in den Spind, Wintersachen blieben im Koffer, der dann im Kofferraum
verstaut wurde.
Nach dem Kaffee wurden zu den Spindnummern die
entsprechenden Hängematten herausgegeben und vorläufige Plätze angewiesen.
Johnny riet uns, als er uns zeigte wie der "Kahn" aufzuhängen sei, gleich
ja einen Webeleinestek mit 3 halben Schlägen zu machen, damit wir nicht geslippt werden können.
Nach dem Abendessen war Freizeit. Um ½ 9 h wurde der
Kadettenraum gekehrt, die Hängematten ausgestaut. Als alles fertig war
ließ einer der Leichtmatrosen zur Abendmusterung antreten und meldete dem W.O. den K.raum klar, dann wurde "Klar bei Hängematten" gepfiffen, und
jeder sah, dass er so schnell wie möglich in den Kahn kam.
 |