Viermastbark "SEDOV" im
Biscayahafen Brest konfisziert.
Wir hatten uns ein Jahr lang auf den Törn vorbereitet und
alle hatten sich so sehr gefreut mit der "SEDOV" von Brest nach Madeira zu
segeln. Doch es kam leider alles ganz anders:
Eine Schweizer Firma, die gegen den russischen Staat eine
finanzielle Forderung in Höhe von 60 Millionen Dollar geltend gemacht hatte,
setzte in einem Akt moderner Piraterie das Schiff in Frankreich fest.
Entsetzen machte sich unter der Besatzung und unter den anreisenden Trainees
breit, als zu vernehmen war, dass die Stadt Brest die "SEDOV" zur SAIL-Brest
2000 ausdrücklich eingeladen hatte. Umsomehr ist dann die Festsetzung des
Schiffes durch den Gastgeber Frankreich zu verurteilen. Die Gruppe der
WINDJAMMERFREUNDE-MÜNCHEN hatte nur wenige Stunden vor der Abreise nach Brest
von den Vorgängen rund um die "SEDOV" erfahren. In einer Telefonaktion
konnten wir alle Törnteilnehmer erreichen und sie von der Situation in
Frankreich unterrichten. Alle 24 Reiseteilnehmer stimmten der Umbuchung auf
das ukrainische Vollschiff "KHERSONES" zu und so wurde uns wenigstens eine
überaus akzeptable Alternative geboten. Zwar ging der Törn nicht nach Funchal
sondern nach Göteborg, aber wir verbrachten an Bord der "KHERSONES" herrliche
Segeltage mit Starkwind, "dümpelten" zeitweilig in einer Flaute, hatten
jedoch viel Sonnenschein. Die Stimmung an Bord war prächtig
und ich bedanke mich an dieser Stelle für die von allen Segelkameraden
gezeigte gute Bordkameradschaft.